„Wanderjahre“ von Mario Wezel eröffnet

„Wanderjahre“ – das sind Bilder von Freunden, von Reisen, von der Familie. Obwohl Mario Wezel die Besucher mit seinen Tagebuch-Fotografien aus den vergangenen zehn Jahren in der neuen Ausstellung in der KWS Art Lounge NEWCOMER auf eine persönliche Reise mitnimmt, bieten die Aufnahmen für die Betrachter immer wieder Anknüpfungspunkte für eigene Erfahrungen. Leichtigkeit, Suche und Wurzeln schlagen werden zu einem allen Menschen vertrauten Gemütszustand verdichtet. „Hier geht es nicht um Jakobsweg oder Alpenüberquerung“, sagte Stephan Krings, Leiter Globales Marketing und Kommunikation bei KWS, bei der Eröffnung der Ausstellung über den Titel „Wanderjahre“. Gezeigt werde mit den Bildern des Fotografen Mario Wezel das Lebensgefühl der Jahre zwischen 20 und 30, ein intensives und prägendes Lebensjahrzehnt für jeden Menschen.

Die Ausstellung mit insgesamt mehr als 50 Fotografien ist in drei Kapitel aufgeteilt mit den Titeln „Im Garten Eden“, „Auf der Suche“ und „Zuflucht“. Da sind die frühen Jahre, durch den weichgezeichneten Filter der Erinnerung erscheint das Gras besonders grün. Der Blick ist nach vorne gerichtet, das Leben ein Spiel. Dann folgt das sich auf die Suche machen, das behütete Nest verlassen, unterschiedliches Leben ausprobieren. Am Ende des Lebensjahrzehnts so etwas wie Ankommen, sich mit Wurzeln und Prägungen anfreunden. Hinzu kommen in der Ausstellung zwei auf Bannern gedruckte Serien, die von der Decke herunter gerollt sind: „Die blaue Flut“ und „Das Fenster zum Hof“. Alle Bilder wurden auf hochwertigem Papier der Hahnemühle FineArt GmbH gedruckt.

Jeder habe diese Zeit des Aufbruchs und der Suche nach sich selbst durchlebt, sagte die Autorin und Fotografie-Kuratorin Sophia Greiff bei der Ausstellungseröffnung. Die „Wanderjahre“-Bilder des Fotografen Mario Wezel aus Hannover folgen keiner Chronologie, sie überlagern und ergänzen sich. Was in der Schau zu sehen ist, sind festgehaltene Augenblicke – und ist die Erkenntnis, dass in der Rückschau alles schon immer irgendwie da war und nichts für sich alleine steht, sagte Sophia Greiff. „Alles kommt in neuer Form zu uns zurück.“ Der Blick nach vorne lasse sich ebenso wenig scharf stellen wie der Blick zurück, sagte Greiff. „Aber vielleicht liegt das Glück, das wir suchen, ja auch gar nicht am fernen Horizont, sondern da, wo wir es sehen wollen. In den Erinnerungen, die wir festhalten und wieder hervorholen, wenn wir sie brauchen, und die wir dabei ruhig ein bisschen verklären dürfen.“

Mario Wezel, geboren 1988 in Nürtingen, hat in Hannover und Aarhus Fotojournalismus und Dokumentarfotografie studiert. Von der University of Missouri wurde er während seines Studiums zum weltbesten Studenten der Fotografie gekürt und ist Preisträger des renommierten Sony World Photography Awards in der Kategorie Menschen. Wezel ist Mitgründer des deutsch-dänischen Fotografenkollektivs „MINT“ und der Hannoveraner Ateliergemeinschaft „Goethe Exil“. Der Gewinner zahlreicher Preise lebt in Hannover und veröffentlicht seine Arbeiten regelmäßig in namhaften Magazinen und Zeitungen, unter anderem National Geographic, Zeit, Stern und dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Wezel erforscht mit seinen fotografischen Arbeiten aktuelle gesellschaftliche Themen rund um die Themen Zugehörigkeit und Identität.

Alle Motive der Ausstellung sind in einem Katalog zusammengefasst, der zu einem Preis von 5 Euro in der KWS Art Lounge NEWCOMER erworben werden kann.

Andreas Jaeger sorgte bei der Vernissage für die passende jazzige Stimmung.

Die Arbeiten von Mario Wezel sind bis zum 7. August in der KWS Art Lounge in der Tiedexer Straße 20 a/b in Einbeck zu sehen: mittwochs von 10 bis 13 Uhr, freitags von 16 bis 19 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr.

Sophia Greiff, Fotograf Mario Wezel und Stephan Krings in der Ausstellung „Wanderjahre“. Foto: Frank Bertram
„Wanderjahre“ von Mario Wezel. Foto: Frank Bertram
Mario Wezel, Sophia Greiff und Stephan Krings bei der Vernissage. Foto: Frank Bertram
„Wanderjahre“ von Mario Wezel. Foto: Frank Bertram
Andreas Jaeger begleitete die Ausstellungseröffnung. Foto: Frank Bertram

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