Fleisch als Kunstobjekt: Rare, medium oder well done eröffnet

Ob Vegetarier, Veganer oder überzeugter Fleischesser – die Fleisch in den verschiedenen Garstufen künstlerisch erlebbar machende Ausstellung „Rare, medium oder well done“ bietet genügend Stoff zum Austausch und Diskutieren. „Ich bin auf die Reaktionen gespannt, Essen berührt uns schließlich alle“, sagte KWS Vorstandsmitglied Dr. Léon Broers bei der Vernissage. In der Ausstellung widmen sich lreen Malinowski, Pia Pregizer und Martin Riebeling verschiedenen Sehgewohnheiten mit subtiler Ironie. „Die Auseinandersetzung mit Essen, mit dem Rohen, wird jeweils von unterschiedlichem Medium aus auf den Punkt gebracht“, sagte der Künstler Johnny Linder, der die drei Ausstellenden aus Gießen gut kennt und ihre künstlerischen Positionen erläuterte. „Well done!“ lautete sein Fazit.

Bei Pia Pregizers Arbeiten befindet sich der Betrachter hinter der Fleischtheke. Sie widmet sich in ihren überbordend gemalten Fleischbergen expressiv unter anderem dem von Fettmarmorierung durchzogenen Fleisch in einem Farbspiel, das an die Beleuchtung von Metzgerei-Auslagen erinnert.

Das Schlachten, die vom Konsumenten meist ausgeblendete Voraussetzung des kulinarischen Genusses, ist Thema von Martin Riebeling. Feinsinnige Zeichnungen einzelner Schweineteile während eines Schlachtprozesses dienen als Vorstufe für die abstrahierte plastische Darstellung des Tiers in satiniertem Stahl.

lreen Malinowski ironisiert die Darstellungscodes von Produktdesign und Werbung, deckt in ihren Arbeiten den Tisch provokant und humorvoll, ästhetisiert den fleischlichen Verzehr und die Tischsitten und zeigt Geflügelteile in einer Perspektive, bei der Hühnerschenkel wie überschlagene Beine anmuten.

John Poppyseed hat den Eröffnungsabend musikalisch begleitet.

lreen Malinowski, Pia Pregizer und Martin Riebeling, drei Absolventen des Gießener Instituts für Kunstpädagogik, setzen tierische Körper sowie Teile von ihnen, Fleisch- und Wurstwaren sowie Food-Stillleben mit den Mitteln der Kunst um, neu zusammen und in ein anderes Licht. Fleisch wird als Kunstobjekt aus drei unterschiedlichen künstlerischen Positionen erforscht. Die Ausstellung unter dem Titel „Rare, medium oder well done“ ist bis zum 22. Mai in der Art Lounge in der Tiedexer Straße in Einbeck zu sehen.

John Poppyseed begleitete die Ausstellungseröffnung musikalisch. Foto: Frank Bertram
Ireen Malinowski im Gespräch mit KWS Vorstandsmitglied Dr. Leon Broers. Foto: Frank Bertram
KWS Vorstandsmitglied Dr. Leon Broers (r.) bei der Vernissage. Foto: Frank Bertram
Ireen Malinowski, Martin Riebeling und Pia Pregizer bei der Vernissage. Foto: Frank Bertram
Martin Riebeling erläutert seine Kunst, hier die Mops-Reproduktion. Foto: Frank Bertram
Ireen Malinowski, Martin Riebeling, Dr. Lèon Broers, Pia Pregizer und Johnny Linder. Foto: Frank Bertram

 

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