Der Fuchs des Kaiserring-Stipendiaten

Fantastische Figuren als Tier-Gestalten mit menschlichen Eigenschaften bevölkern die KWS Art Lounge NEWCOMER in Einbeck. Fuchs und Vogel stehen im Mittelpunkt der Ausstellung des Briten Matt Copson, die vom 20. Februar bis zum 27. März 2019 dort zu sehen ist.

Anspielungen auf Fabeln und Mythen finden Besucher in der aktuellen Ausstellung ebenso wie Zitate aus der Comic- und Alltagswelt. Der diesjährige Goslarer Kaiserring-Stipendiat Matt Copson spart in seinen Videos nicht mit schwarzem Humor und absurder Ironie. In einem Raum der Art Lounge sitzen Besucher wie in einem abgedunkelten Kinosaal. Zwei

Filme laufen gleichzeitig. Den Besuchern begegnet Reynard, der Fuchs, als vom Künstler entworfene und selbst gezeichnete und für den Film animierte Cartoon-Figur. Er spricht und handelt wie Mensch und Fuchs gleichermaßen: schlau, listig und skrupellos. Reynard ist zum einen fiktionale Figur aus der Geschichte der Mythen und Märchen, zum anderen ein ganz und gar gegenwärtiger Punk und Außenseiter, der sich keine Illusionen über den Lauf der Dinge macht. Was konkret heißt, dass er sich nicht täuschen lässt über die Verrücktheit der Welt („The madness of the world“) und die Sinnlosigkeit unserer Existenz („I have absolutely no idea why I am here“). Aber als „guter“ Punk vermiest ihm das keineswegs die Lust am Leben, getreu der alten Devise: „Du hast keine Chance, also nutze sie.“

In einem dritten Film geht es um den Kampf gegen die Selbstzufriedenheit. Der Fuchs schweigt, der Vogel spricht. Ihm geht es darum, gute Kunst zu schaffen, ohne bei schon Bekanntem zu bleiben und ohne sich allzu wichtig zu nehmen. Der Film zeigt: Der wahre Weg zum Künstlertum liegt im Aufbruch, in der Dissonanz und im Abschiednehmen von Vertrautem. Die gesprochenen englischen Video-Texte liegen zum Mit- oder Nachlesen auf Englisch und Deutsch aus.

KWS Vorstandsmitglied Dr. Felix Büchting sagte bei der Eröffnung der Ausstellung, Matt Copson habe – gerade einmal 26 Jahre jung – ein ebenso weit gespanntes wie spektakuläres Werk vorzuweisen. Sein Studio sei die ganze Welt; er lasse sich von Picasso oder Goethe ebenso inspirieren wie von den Dadaisten. Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin des Mönchehaus Museums Goslar, und Michael Stoeber, Kunstpublizist aus Hannover, stellten den Besuchern der Vernissage in einem Gespräch das Werk des Kaiserring-Stipendiaten 2018 vor. Der Künstler selbst konnte leider nicht teilnehmen.

Der britische Künstler Matt Copson ist der vierte Kaiserring-Stipendiat, der direkt im Anschluss an die Ausstellung im Rahmen der Stipendienvergabe im Goslarer Mönchehaus seine Kunst in der KWS Art Lounge zeigt. Matt Copson lebt und arbeitet in London. Bereits mit 23 Jahren hatte er sein Studium an der bekannten Slade School of Art in London abgeschlossen. Ausstellungen in renommierten Galerien und Kunstinstitutionen wie der Serpentine Gallery im Londoner Hyde Park oder der Fondation Louis Vuitton in Paris folgten. 2018 wurde Copson als jüngster Preisträger mit dem Goslarer Kaiserring-Stipendium ausgezeichnet, das seit 1984 vom Verein zur Förderung Moderner Kunst verliehen und seit 2014 von der AKB Stiftung in Einbeck gefördert wird.

Materialien zum Download:

Postkarte

Plakat

Flyer

 

(v.l.): Kunstpublizist Michael Stoeber und die Direktorin des Mönchehaus Museums Goslar, Dr. Bettina Ruhrberg, und stellten den Besuchern der Vernissage in einem Gespräch das Werk des Kaiserring-Stipendiaten 2018 vor. Eröffnet wurde die Ausstellung von KWS Vorstandsmitglied Dr. Felix Büchting. Foto: Frank Bertram
Vernissage zur Ausstellung von Matt Copson. Foto: Frank Bertram
In der Ausstellung von Matt Copson. Foto: Frank Bertram

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